Erfordert das Smart Grid eigentlich tatsächlich den breiten Einsatz von Smart Metern als Voraussetzung? Hierzu haben wir von smartgrids.org uns einmal die gängigen Ziele von Smart Grids angesehen und folgende Kurzanalyse zusammengestellt:
- Dezentrale Einspeisung
Für die dezentrale Einspeisung sind Smart Meter nicht grundsätzlich erforderlich. Hierfür ist vielmehr die Regelung des Netzes von der Übertragungsnetze auf die Mittelspannungs und ggf. Ortnetze zu erweitern, um dezentrale Produktionseinheiten bei Bedarf ab- bzw. anzuschalten. Hierzu sollte die Messung der Spannung und Frequenz an den Umspannungsstationen als Steuerungsinstrument ausreichend sein.
- Abgleich Produktion und Verbrauch / Optimierung der Effizienz
Für einer verbesserte Anpassung der Stromproduktion an den Verbrauch sind Smart Meter nur dann erforderlich, wenn ein Teilnetz eine Überproduktion nicht an die übergelagerte Netzebene abgeben kann. In diesem Fall könnten Smart Meter eingesetzt werden, um temporär den Verbrauch zu erhöhen, z.B. über der Start der Kühlaggregate in einem Kühlhaus. Hier könnte der flächendeckende Einsatz von Smart Metern z.B. den bedarf für Regelenergie reduzieren, da erstmalig Verbraucher gesteuert werden könnten, z.B. technisch oder über Preissignale. Diese Fähigkeit des Smart Grids wird jedoch erst zum Tragen kommen, wenn die zentral durch die TSOs gesteuerte Stromproduktion nicht mehr ausreichen würde, Engpässe im Netz mittelfristig auszuregeln, da der Anteil nicht gesteuerter Erneuerbarer Energieerzeuger anteilig zu groß geworden ist. Modellrechnungen, wie groß der Anteil der Erneuerbaren hierzu steigen muss sind uns allerdings nicht bekannt.
- Verbesserung von Verbrauchsprognose
Hierfür scheint der Smart Meter zum Beispiel zur Verbesserung von Verbrauchsprognosen geeignet zu sein. Jedoch gilt dies nur für die heute schon recht gut prognostizierbaren Verbräuche von Haushaltskunden, da RLM-Kunden i.d.R. bereits mit Fernauslesbaren Zählern ausgestattet sind. Für die Verbesserung der Prognosen der Haushaltskunden dürfen zudem wenige Smart Meter für die Prognoseverbesserung ausreichend sein.
Unsere Kurzanalyse zeigt zunächst keinen signifikanten Bedarf nach Smart Metern für das Smart Grid. Der Smart Meter bleibt somit kurzfristig eher ein politisches Ziel, das mit der Hoffnung verbunden ist, eine Verbrauchsreduktion beim Endkunden zu erzielen und ein Instrument, mit dem Netzbetreiber und Vertriebe ggf. eine Kostenreduktion realisieren können. Viele Anregungen und Kommentare zum Artikel würden uns freuen!
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